20.10.2019 11:19

Freie Arztwahl nicht ohne Mitsprache des Steueramtes


Gemäss dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau gilt:

Mehrkosten welche durch eine private oder halbprivate Versicherung gedeckt werden, sind keine medizinisch notwendigen Kosten, unabhängig davon, ob die entsprechenden Massnahmen tatsächlich medizinisch indiziert sind und auf einer ärztlichen Verordnung beruhen.

Dies gilt auch für die freie Arztwahl, die zwar als medizinische Massnahme grundsätzlich geeignet ist, ein Recht zum Abzug der damit verbundenen Kosten zu begründen, indessen nicht als medizinisch notwendig gilt.

Ist nun jemand erkrankt und muss sich aufgrund dessen einer Operation unterziehen, hat er entweder die Möglichkeit den Arzt frei zu wählen oder einen von der Versicherung zugelassenen Leistungserbringer auszuwählen. Ebenso verhält es sich mit der Auswahl des Spitals. Wird der Arzt bzw. das Spital frei gewählt und ist die Leistung nicht durch die Versicherung gedeckt, sind diese zusätzlichen Kosten bei den Steuern nicht als Krankheits- und Unfallkosten abziehbar. Dies gilt auch dann, wenn der gewählte Arzt vom Hausarzt empfohlen wurde.

Möglicherweise setzen anderen Steuerbehörden den Krankheitskostenbegriff weniger restriktiv um, weshalb die Kosten in anderen Kantonen allenfalls trotzdem als Abzug geltend gemacht werden können.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob in Zukunft bald nur noch die minimal anfallenden Kosten für eine in Anspruch genommene Leistung als abzugsfähig gelten, z.B.: Sanitärunterhalt zu Preisen wie im benachbarten Ausland etc.

Die grundsätzlich möglichen Abzüge finden Sie in einer Übersicht im "Download". Für ergänzende Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Alexandra Hösli


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